Im Rahmen der Münchner Bildungsbauoffensive, dem kommunalen Bildungsbauprogramm der Stadt, wurde 2020 für den Stadtteil Freimann beziehungsweise Kleinlappen der Neubau einer Kindertagesstätte mit drei Kinderkrippengruppen beschlossen. Als Standort wurde ein unbebautes Grundstück im Josef-Wirth-Weg gewählt. Besonderheit des Bauplatzes ist ein Abwasserkanal, der im Norden des Grundstücks leicht erhöht in einem Damm verläuft. Dabei handelt es sich nicht um einen einfachen Sammelkanal, sondern um einen der Hauptzuläufe des Münchener Klärwerks Gut Großlappen. Für das Projekt wurde eine Lösung zur Abwasserwärmerückgewinnung mit dem ThermWin-System vorgesehen.
Nachhaltigkeit war laut Mitteilung von Beginn an Leitgedanke in Planung und Bau. Die Kindertagesstätte wurde als Passivhaus in Holzbauweise geplant, und das Gebäude sollte zu einhundert Prozent erneuerbar sein. Weil der Standort außerhalb der städtischen Fernwärme liegt, mussten alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung betrachtet werden. Neben oberflächennaher Geothermie wurde geprüft, Wärme aus dem direkt vorbeifließenden Abwasserkanal zu nutzen. Dafür wurde Ende 2021 eine Machbarkeitsuntersuchung bei Huber für das ThermWin-System angefragt.
Erste energetische Auslegungen ergaben laut Mitteilung günstige Bedingungen für die Abwasserwärmerückgewinnung. Ein Vor-Ort-Termin gemeinsam mit dem Systemanbieter, dem planenden Ingenieurbüro und den Münchner Stadtentwässerungsbetrieben bestätigte, dass Lage und Höhenverhältnisse des Kanals im Verhältnis zum Bauplatz die Anwendung begünstigen. In der weiteren Planung wurde eine Aufstellung der Anlagentechnik erarbeitet, die in dieser Form als bislang einzigartig beschrieben wird: Der Abwasserwärmetauscher RoWin samt Wärmepumpe sollte im ersten Obergeschoss installiert werden. In einem Nebengebäude unter dem Kinderwagenstellplatz wurde der Schacht für eine Schachtsiebanlage vorgesehen.
Mitte 2023 wurde das Gewerk für den Heizungsbau ausgeschrieben, einschließlich der Schachtsiebanlage ROTAMAT RoK4 300 und des Abwasserwärmetauschers RoWin 4. Den Zuschlag erhielt ein in München ansässiger Anlagenbauer für den Heizungsbau, der Ende 2023 bestellte. Im Herbst 2024 wurde die Technik auf die Baustelle geliefert und durch den Service montiert. Die Inbetriebnahme der Heizzentrale fand im Dezember statt.












