Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches und das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft arbeiten künftig enger zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die digitale Transformation der Wasserwirtschaft fachlich zu begleiten und die Branche beim sicheren Einsatz digitaler Technologien zu unterstützen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 05. Mai 2026 auf der IFAT in München unterzeichnet.
Die Wasserwirtschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Klimawandel, steigende Anforderungen an Resilienz und IT Sicherheit, Fachkräftemangel sowie neue nationale und europäische Vorgaben erhöhen den Handlungsdruck. Digitale Anwendungen können dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, Anlagen sicherer zu betreiben und die Versorgung langfristig leistungsfähig zu halten. Voraussetzung dafür ist, dass Digitalisierung von Beginn an sicher, praxisnah und branchengerecht umgesetzt wird.
Die Kooperation mit dem Deutschen Verein des Gas und Wasserfaches ist für uns ein wichtiger Schritt, um digitale Transformation noch stärker aus der Praxis der Wasserwirtschaft heraus zu gestalten. Das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft und der Deutsche Verein des Gas und Wasserfaches bringen unterschiedliche, sich gut ergänzende Perspektiven ein: technologische und sicherheitsbezogene Expertise auf der einen, wasserfachliche Kompetenz und Technische Regelsetzung auf der anderen Seite. Genau daraus entsteht ein Mehrwert für die Branche, sagt Ronald Derler, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Digitale Wasserwirtschaft.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der fachliche Austausch, gemeinsame Veranstaltungen und Seminare sowie die Mitwirkung an Technischen Regelwerken. Das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft bringt seine Kompetenzen in den Bereichen IT Sicherheit, Cybersecurity Services und digitale Transformation der Wasserwirtschaft ein. Der Deutsche Verein des Gas und Wasserfaches steuert seine wasserfachliche Expertise, sein Netzwerk sowie seine Erfahrung in Regelsetzung, Forschung, Bildung und Zertifizierung ein.
Die Digitalisierung stellt hohe Anforderungen an Wasserversorgungsunternehmen. Mit der Kooperation stärken wir den praxisnahen und sicheren Einsatz digitaler Lösungen in der Wasserwirtschaft. Wir schaffen eine Brücke zwischen IT Sicherheit, Digitalisierung und Technischen Regeln, indem wir zentrale Aspekte daraus in die Regelsetzungsarbeit einfließen lassen. Das erhöht die Orientierung und Planungssicherheit für die Branche, erklärt Dr. Wolf Merkel, Vorstand des Deutschen Vereins des Gas und Wasserfaches.
Beide Organisationen verfolgen mit der Vereinbarung das Ziel, Synergien zu nutzen und die Wasserwirtschaft bei der Bewältigung digitaler und sicherheitsrelevanter Anforderungen zu unterstützen.
Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft:
Im Jahr 2020 wurde das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft von dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein Westfalen und großen Unternehmen der Wasserwirtschaft gegründet, um digitale Themen und Projekte zu fördern und digitale Services für und in der Wasserwirtschaft zu entwickeln. Seit 2023 sorgt das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft mit seinem branchenspezifischen Netzwerk und Informationsangebot auch im öffentlichen Auftrag für die Weiterentwicklung von Cybersecurity Services innerhalb der Wasserwirtschaft. Mit der Aufnahme des Livebetriebs des Security Operation Center Lagezentrum CyberSec@Wasser im April 2024 bietet das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft der Wasserwirtschaft einen Service zum Schutz vor den zunehmenden Cyberangriffen.
Deutscher Verein des Gas und Wasserfaches:
Der Deutsche Verein des Gas und Wasserfaches fördert das Gas und Wasserfach mit den Schwerpunkten Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Mit seinen rund 14.000 Mitgliedern erarbeitet er die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Der Verein initiiert und fördert Forschungsvorhaben und schult zum gesamten Themenspektrum des Gas und Wasserfaches. Darüber hinaus unterhält er ein Prüf und Zertifizierungswesen für Produkte, Personen sowie Unternehmen. Die technischen Regeln bilden das Fundament für die technische Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Gas und Wasserwirtschaft in Deutschland. Der Verein wurde 1859 in Frankfurt am Main gegründet. Er ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral. Mit neun Landesgruppen und 62 Bezirksgruppen agiert er auf lokaler sowie überregionaler Ebene und ist in der ganzen Bundesrepublik vertreten. Themen mit bundesweiter oder europäischer Dimension werden durch die Hauptgeschäftsstelle in Bonn mit Büros in Berlin und Brüssel und die enge Zusammenarbeit mit dem europäischen Wasserwirtschaftsverband EurEau abgedeckt.












