Interviewpartner: Ingo Hannemann, Vorstandsvorsitzender von German Water Partnership
- Herr Hannemann, JUMO ist seit vielen Jahren Mitglied bei German Water Partnership. Wie haben Sie diese Partnerschaft erlebt – und welche Rolle spielen Unternehmen wie JUMO für die Entwicklung des Netzwerks? Antwort: JUMO gehört zu den Unternehmen, die GWP aktiv mitprägen. Ein starkes Netzwerk lebt von der Vielfalt seiner Mitglieder – von Unternehmen, die ihre Erfahrungen teilen, neue Perspektiven einbringen und bereit sind, gemeinsam Themen voranzubringen. Genau dafür steht JUMO seit bereits 10 Jahren im GWP-Netzwerk. Mit seiner technologischen Kompetenz und internationalen Erfahrung trägt das Unternehmen dazu bei, dass wir als Netzwerk fachlich stark und international anschlussfähig bleiben.
- Welche konkreten Mehrwerte bietet GWP seinen Mitgliedern im internationalen Wettbewerb – gerade für technologieorientierte Unternehmen wie JUMO? Antwort: Internationale Märkte erschließen sich selten allein über gute Produkte. Gerade in der Wasserwirtschaft spielen politische Rahmenbedingungen, Betreiberstrukturen und langfristige Beziehungen eine entscheidende Rolle. GWP hilft dabei, diese Zusammenhänge besser zu verstehen, Kontakte aufzubauen und den Zugang zu internationalen Märkten zu erleichtern. Das ersetzt nicht den unternehmerischen Erfolg – schafft aber oft die Voraussetzung dafür.
- JUMO konnte im Rahmen von GWP bereits erfolgreich internationale Projekte realisieren. Welche Erfolgsfaktoren sehen Sie bei solchen Partnerschaften zwischen Industrie, Politik und Netzwerk? Antwort: Die erfolgreichsten Projekte beginnen meist nicht mit einer Ausschreibung, sondern mit Vertrauen. Internationale Zusammenarbeit braucht Zeit, gegenseitiges Verständnis und Partner, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Unternehmen liefern Innovationen, Betreiber kennen die Praxis und Politik schafft verlässliche Rahmenbedingungen. Wenn diese drei Ebenen zusammenspielen, entstehen belastbare Lösungen.
- Die deutsche Wasserwirtschaft steht weltweit für Qualität und Innovation. Wie gelingt es GWP, dieses „Made in Germany“-Know-how in internationalen Märkten sichtbar zu machen – und welche Rolle spielen dabei starke Industriepartner wie JUMO? Antwort: Die Stärke der deutschen Wasserwirtschaft liegt im Zusammenspiel. Wir verfügen über innovative Unternehmen, leistungsfähige Betreiber, exzellente Forschung und jahrzehntelange Ingenieurkompetenz. Diese Breite macht uns international interessant. GWP bündelt diese Kompetenz und trägt sie in internationale Märkte. Unternehmen wie JUMO sind dabei wichtige Botschafter, weil sie zeigen, wie Innovation in der Praxis funktioniert.
- Welche Entwicklungen sehen Sie aktuell in der globalen Wasserwirtschaft – und wo ergeben sich daraus besonders interessante Chancen für GWP-Mitglieder?
Antwort: Wasser entwickelt sich weltweit immer stärker zu einem Wirtschafts- und Standortfaktor. Ob Halbleiter, Batteriezellen, Wasserstoff oder Rechenzentren – viele Zukunftsbranchen sind auf eine sichere Wasserversorgung angewiesen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Wiederverwendung und resiliente Infrastrukturen. Das eröffnet große Chancen für Unternehmen, die genau dafür Lösungen anbieten.
- Wie wichtig ist für den Verband die Mitgliedschaft von Komponentenherstellern? Antwort: Innovation entsteht oft dort, wo man sie auf den ersten Blick gar nicht vermutet. Präzise Sensorik, zuverlässige Messtechnik oder intelligente Automatisierung entscheiden häufig darüber, wie effizient eine Anlage arbeitet. Komponentenhersteller leisten deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Innovationskraft der gesamten Wasserwirtschaft und sind für unser Netzwerk unverzichtbar.
- Mit Blick auf Themen wie Digitalisierung, Klimaanpassung und nachhaltige Ressourcennutzung: In welchen Bereichen wird die Zusammenarbeit zwischen GWP und Unternehmen wie JUMO künftig noch enger werden?
Antwort: Die Wasserwirtschaft wird in den kommenden Jahren deutlich datengetriebener werden. Wer Wasser effizient nutzen, Wiederverwendung ausbauen oder Infrastrukturen resilienter machen will, braucht verlässliche Daten und intelligente Steuerung. Gleichzeitig wächst weltweit der Bedarf an integrierten Lösungen. Ich bin überzeugt, dass wir gerade an dieser Schnittstelle künftig noch enger zusammenarbeiten werden.











